Bild: Mann des Abends: Kunsttorschütze Samed Bahar, umrahmt von Philipp Walter (rechts), Kevin Hingerl und Albano Gashi.
Erster Sieg für die Rot-Weißen in diesem Jahr
3:2 gegen den FC Memmingen – Spiel gedreht – Heiland, Bahar und Stoßberger treffen
Es ist vollbracht: Der TSV Buchbach hat mit dem 3:2 (1:2)-Erfolg gegen den FC Memmingen den ersten Dreier des Jahres unter Dach und Fach gebracht und bleibt 2026 in der Fußball-Regionalliga Bayern weiter ungeschlagen. Nach dem Führungstreffer durch Tobias Heiland musste der Liga-Dino lange einem Rückstand hinterherlaufen, bewies aber viel Moral und konnte die Partie schließlich drehen.
„Ich habe den Jungs gesagt, dass ich mir sicher bin, wenn sie bis zur 70. Minute den Ausgleich erzielen, dass wir das Spiel gewinnen“, freut sich Buchbachs Coach Marc Unterberger über den ersten Sieg unter seiner Regie. In der 69. Minute war es Samed Bahar, der nach einem weiten Freistoß von Albano Gashi das längst fällige 2:2 markierte – technisch ein höchst anspruchsvoller Treffer, bei dem sich der Außenverteidiger die Kugel mit dem Rücken zum Tor schnappte und dann mit dem zweiten Kontakt sehenswert aus der Drehung einnetzte.
Knappe vier Minuten später verlängerte Andreas Hirtlreiter einen langen Einwurf von Jonas Wieselsberger, Tobias Stoßberger fackelte nicht lange und Maximilian Dolinski fälschte den Schuss in die eigenen Maschen ab. „Es war ein dreckiger Sieg, muss man sagen, aber wenn man das Spiel zusammenfasst, hatten wir extrem viele Chancen“, so Kunsttorschütze Bahar, der auch die Mentalität der Rot-Weißen herausstrich: „In der zweiten Halbzeit war es das, was Buchbach eigentlich ausmacht. Der Kampf, den wir lange vermissen haben lassen. Endlich haben wir uns wieder belohnt.“
Vor lediglich 395 zahlenden Zuschauern im Eiskessel der SMR-Arena waren die Buchbacher schon im ersten Durchgang die bessere Mannschaft, die durch den abgefälschten Führungstreffer von Heiland, der in der 14. Minute aus gut 20 Metern via Unterkante der Latte traf, zusätzlich Rückenwind bekam. Sichtliche Dominanz in der Folge für die Rot-Weißen, doch in der 20. Minute machten die stets effizienten Gäste nach einem Einwurf und einer undurchsichtigen Flippersituation praktisch aus dem Nichts den Ausgleich durch Fabian Lutz, der aus elf Metern ins lange Eck traf. In Folge hätte der amtierende Vizemeister bei dicken Möglichkeiten von Sammy Ammari und Gashi eigentlich wieder in Front gehen müssen, doch in der 32. Minute entwischte Torjäger David Günes Kapitän Philipp Walter und überwand Ludwig Zech mit einem Flachschuss ins lange Eck.
Spielverlauf im Prinzip auf den Kopf gestellt, wie auch Memmingens Coach Matthias Günes eingestand: „Gefühlt sind wir in der besten Phase von Buchbach mit 2:1 in Führung gegangen.“ Umgekehrt hat es sich für den FCM-Trainer dann aber in der zweiten Halbzeit so angefühlt, dass seine Mannschaft alles im Griff hätte, die Buchbacher aber trotzdem das Spiel drehen konnten – eine Blaupause zur Partie vor knapp zwei Jahren, als sich Buchbach auch mit 3:2 behaupten konnte und die Memminger am Ende in die Bayernliga runter musste.
Ob Buchbach die Balance zwischen Defensive und Mut nach vorne schon definitiv gefunden hat, ist schwer zu beurteilen. Sicher ist jedoch, dass sich die Mannschaft stabilisiert hat, dass Emotionalität und Glauben wieder zurückkehren. Die Veränderungen, die Unterberger nach dem Abgang von Sascha Hingerl und der Verletzung von Daniel Muteba fast zwangsläufig vornehmen musste, greifen immer besser, der Weg zum vorzeitigen Klassenerhalt ist bei nunmehr 34 Punkten jedenfalls nicht mehr weit. Sicherlich auch positiv: Rückkehrer Jonas „Joe“ Wieselsberger auf dem rechten Flügel vor Bahar, das kann eine ganze starke Außenachse werden, zumindest aber eine Variante, auf die man jederzeit zurückgreifen kann.
TSV Buchbach: Zech – Bahar, Hingerl, Walter (53. Hirtlreiter), Orth – Tavra – Wieselsberger, Gashi, Heiland (83. Mehring) – Ammari (79. Ivelj), Stoßberger. Trainer: Unterberger.
FC Memmingen: Dewein – Dolinski, Gräser, Bauer, Paschek (78. Remiger) – Maier (86. Hill), Schmidt, Lutz (78. Fusaro), Kresin (60. Barbera) – D. Günes, Vetter (76. Haug). Trainer: M. Günes.
Tore: 1:0 Tobias Heiland (14.), 1:1 Fabian Lutz (20.), 1:2 David Günes (32.), 2:2 Samed Bahar (69.), 3:2 Maximilian Dolinski (73., Eigentor)
Schiedsrichter: Luca Schultze (FC Stern München)
Zuschauer: 395.
Gelb: – / Lutz, Barbera
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