Bild: Valentin Schmitt erzielt das 3:0 für Schweinfurt, Ludwig Zech ohne Chance.

Buchbach nach Pokal-Krimi ausgeschieden

4:7 (3:3) nach Elfmeterschießen gegen Schweinfurt – Aufholjagd nicht belohnt

Was für ein Krimi, was für eine Dramatik: Der TSV Buchbach hat das Halbfinale im bayerischen Toto-Pokal nur ganz knapp verpasst. Nach einem 0:3 Pausenrückstand gegen den 1. FC Schweinfurt 05 starteten die Rot-Weißen am Dienstagabend eine irre Aufholjagd, schafften tatsächlich noch in der regulären Spielzeit den Ausgleich zum 3:3, mussten sich aber nach Elfmeterschießen mit 4:7 geschlagen geben.

Noch nie in der Vereinsgeschichte waren die Buchbacher dem ersten Halbfinaleinzug so nahe, aber eine katastrophale Leistung vor der Pause verhinderte den greifbar nahen Erfolg. Vor 611 Zuschauern in der SMR-Arena waren die Kugelstädter im ersten Abschnitt die deutlich bessere Mannschaft, Buchbach agierte zu ideenlos, ließ die nötige Energie vermissen und leistete sich brutale Aussetzer: „Zwei der drei Tore im ersten Abschnitt gehen auf unsere eigene Kappe, da haben wir es dem Gener durch unsere Fehler zu leicht gemacht. Die erste Halbzeit war jenseits von Gut und Böse“, echauffierte sich Buchbachs Trainer Sven Zurawka, der freilich dann auch die Moral seiner Mannschaft lobte, die nach der Pause ein ganz anderes Gesicht zeigte, viel Power auf den Platz brachte und den Zug zum Tor entwickelte, den sie vor der Pause total vermissen ließ: „Wir haben in der Halbzeit zweimal gewechselt und im Zentrum etwas umgestellt“, so der Coach, der mutmaßte: „Das 1:3 haben wir etwas zu spät geschossen, kommen dann aber in der Nachspielzeit noch zum Ausgleich. Wenn das Spiel noch ein paar Minuten länger gegangen wäre, hätten wir wahrscheinlich noch den Siegtreffer erzielt.“

Der Führungstreffer der Gäste resultierte aus einem Abwehrfehler, Jason Prodanovic ließ Marinus Erber und Tizian Zimmermann stehen und überwand Ludwig Zech aus zehn Metern. Buchbach sichtlich angeschlagen und um die passende Antwort verlegen. Anders die Gäste, die in der 32. Minute im Anschluss an eine Ecke von Kevin Fery nachlegten, als der Ball Gil Ebner vor die Füße fiel, so dass der Schweinfurter aus drei Metern keine Mühe hatte. Auch Treffer Nummer drei eine echte Einladung, als sich Samed Bahar an der Mittellinie einen Ballverlust leistete, den Valentin Schmitt nach einem Alleingang zum dritten Treffer nutzte.

Nach dem Seitenwechsel Buchbach wie verwandelt. In der 57. Minute scheiterte Tobias Heiland aus 18 Metern nur knapp an Keeper Jan Mottl, fünf Minuten später wurde ein Versuch von Bahar haarscharf zur Ecke abgefälscht, aber in der 70. Minute war es dann so weit: Daniel Muteba tankte sich links im Strafraum durch, legte zurück und Bahar vollendete aus acht Metern zum Anschlusstreffer. Buchbach drängte die Schweinfurter nun komplett in die eigene Hälfte, aber es dauerte bis zur 86. Minute, ehe Faton Dzemailji die Kugel nach starkem Zuspiel von Muteba aus zehn Metern zum 2:3 unter die Latte donnerte. Und letztlich gelang den Buchbachern noch die nicht mehr für möglich geglaubte Aufholjagd, als Bahar eine Flanke von der linken Seite in der 94. Minute zum 3:3 und zu einem unglaublichen Jubelsturm unter die Latte köpfte.

Beim Elfmeterschießen hätte Zech den ersten Versuch von Kevin Frisorger fast gehalten, dann scheiterte Albano Gashi an Mottl, ehe Leonard Krasniqi für Schweinfurt und Romeo Ivelj für Buchbach sicher verwandelten. Nach dem 4:6 durch Nils Piwertz traf Philipp Zimmer nur den Innenpfosten, so dass Lukas Mrozek den Deckel draufmachen konnte – jetzt natürlich grenzenloser Jubel bei der Schnüdel. Zurawka: „Elfmeterschießen ist immer eine 50.50-Chance, leider hat es für uns da dieses Mal nicht gereicht.“

TSV Buchbach: Zech – Erber (46. Wieselsberger), Zimmermann (46. Kainz), Walter, Dzemailji – Bahar, Ivelj – Sztaf (72. Hirtlreiter), Muteba, Heiland (84. Zimmerer) – Stoßberger. Trainer: Zurawka.

1.FC Schweinfurt: Mottl – Mrozek, Frisorger, Theinhardt, Stahl – Fery – Bausenwein (79. Krasniqi), Ebner (66. Geisler), Piwernetz, Prodanovic, Schmitt (71. Kalandia). Trainer: Gernlein.

Tore: 0:1 Prodanovic (18.), 0:2 Ebner (32.), 0:3 Schmitt (38.), 1:3 Bahar (70.), 2:3 Dzemailji (87.), 3:3 Bahar (90. + 4); Elfmeterschießen: 3:4 Frisorger, 3:5 Krasniqi, 4:5 Ivelj, 4:6 Piwernetz, 4:7 Mrozek

Schiedsrichter: Schultze (FC Stern München)

Zuschauer: 611

Gelb: Erber, Hirtlreiter – Fery

Foto & Text: © mb.presse, weitere Veröffentlichungen nur mit Zustimmung des Autors