Bild: Viel los im Buchbacher Strafraum: Die Rot-Weißen können den Führungstreffer für Wacker durch Adrian Hofherr nicht verhindern (ganz links).

Spektakuläre Aufholjagd gegen Burghausen mit Punkt belohnt

Doppelpacker Kainz – Stoßberger trifft in der Nachspielzeit zum 3:3 – Enttäuschung bei den Gästen

„Für Buchbach fühlt sich das heute wie ein Sieg an, für uns wie eine Niederlage“, fasst Burghausens Trainer Matthias Ostrzolek die Gemütslage in beiden Lagern nach dem 3:3 (0:1) im Inn/Salzach-Derby zwischen den Rot-Weißen und den Salzachstädtern zusammen. Wacker gab am Freitag über weite Strecken der Partie vom 16. Spieltag der Fußball-Regionalliga Bayern den Ton an, führte 2:0 und 3:1, musste sich aber am Ende nach einer irren Buchbacher Aufholjagd mit einem Punkt zufriedengeben.

Für Wacker die vierte Partie ohne Sieg, der Tabellenzweite aus Buchbach wartet nun schon seit sechs Runden auf einen Dreier, darf sich aber als der moralische Sieger fühlen, nachdem Tobias Stoßberger erst in der dritten Minute der Nachspielzeit nach Vorlage von Tobias Szatf noch zum 3:3 getroffen hat. „Glückwunsch an die Jungs, die in dieser schwierigen Phase, in der wir uns aktuell befinden, extrem viel Moral gezeigt haben. Das Spiel war für uns heute einfach unfassbar wichtig, vor allem dass wir da mit einem guten Gefühl rausgehen können“, so Buchbachs Trainer Sven Zurawka nach einer prickelnden Partie, die eigentlich längst entschieden schien. „Großes Kompliment für die Leistung an meine Mannschaft, aber dass wir hier nach so einem Spiel noch drei Gegentore kassieren, ist am Ende vom Ergebnis her für uns sehr enttäuschend“, machte Ex-HSV-Profi Ostrzolek aus seinem Herzen keine Mördergrube.

Der Unterhaltungswert für die 936 Zuschauer in der SMR-Arena war auf jeden Fall groß. Wacker dominierte die Partie in den ersten 45 Minuten eindeutig, entwickelte auch gleich Zug zum Tor, ließ aber doch ein wenig an Durchschlagskraft vermissen. Buchbach konnte meist nur reagieren und hatte alle Hände voll zu tun, um die Angriffslust der Gäste, die eindeutig frischer und aggressiver wirkten, einzudämmen.

Drei Minuten vor der Pause belohnten sich die Gäste für ihr Bemühen, als Adrian Hofherr nach einer Ecke von Noah Wagner den Ball im Getümmel zur verdienten Pausenführung über die Linie köpfte. Nach der Pause kam Buchbach wesentlich wacher und griffiger aus der Kabine, musste aber schon in der 51. Minute den nächsten Gegentreffer schlucken: Im Anschluss an einen Einwurf wehrten die Buchbach die Kugel direkt vor die Füße von Moritz Bangerter ab, der aus zehn Metern per Dropkick unter die Latte traf – da schien der Drops schon gelutscht, zumal Buchbach auch in der Folge nicht richtig zwingend wurde.

Bezeichnend, dass dann aber auch der Anschlusstreffer des Tabellenzweiten nach einem Standard fiel: Der kurz zuvor eingewechselte Leo Kainz köpfte nach einer kurzen Ecke und Flanke von Albano Gashi in der 71. Minute zum 1:2 ein, geriet aber dann in der 83. Minute fast zum tragischen Helden der Partie, als er im Aufbau Marc Sodji anschoss, der im Anschluss freie Bahn hatte und Ludwig Zech zum dritten Mal überwand. Ausgerechnet der junge Kainz war es dann aber, der in der 85. Minute nach Flanke von Daníel Muteba per Kopf den Doppelpack schnürte und den Rot-Weißen noch mal neue Hoffnung einhauchte. „Das spricht schon für die Moral des Jungen, dass er nach so einem Fehler noch das zweite Tor macht“, lobt Zurawka den 20-jährigen Innenverteidiger.

Dass Buchbach noch mal Lunte riechen würde, war Ostrzolek sonnenklar: „Der Gegner haut dann die Bälle nach vorne, wir verteidigen das schlecht, holen die zweiten Bälle nicht mehr.“ Wacker hat in der Schlussphase schlichtweg den Faden verloren und das hat dann der bis dato etwas glücklose und gut abgeschirmte Stoßberger gnadenlos zu einem unter dem Strich nicht unverdienten Remis ausgenutzt.

TSV Buchbach: Zech – Erber, Tavra (58, Kainz), Walter, Dzemailji (72. Morou) – Bahar – Wiedl (46. Sztaf), Gashi, Muteba, Heiland (72. Zimmerer) – Stoßberger. Trainer: Zurawka.

SV Wacker Burghausen: Schöller – Turtschan, Hofherr, Schwarzensteiner, Lechner, Stegmiller – Wagner, Bangerter – Diowo (80. Sodji), Bachschmid (66. Leitner), Simic (80. Gordok). Trainer: Ostrzolek.

Tore: 0:1 Hofherr (39.), 0:2 Bangerter (51.), 1:2 Kainz (71.), 1:3 Sodji (84.), 2:3 Kainz (85.), 3:3 Stoßberger (90. + 3);

Schiedsrichter: Perl (SV Pullach)

Zuschauer: 936.

Gelb: Heiland, Sztaf – Turtschan, Stegmiller, Leitner

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