Bild: Exzellenter Leader auf dem Platz: Kevin Hingerl.

Hingerl: Abschied wegen der Familie

Buchbachs Interimstrainer geht am Ende der Saison – Umzug nach Paderborn

Eigentlich hätte er ja noch Vertrag bis Juni 2027, aber Ende der Saison ist für Kevin Hingerl beim TSV Buchbach Schluss. Der Innenverteidiger verlässt den Verein aus familiären Gründen und zieht zu seiner Familie, die mittlerweile in Paderborn lebt. „Wir hätten Kev natürlich liebend gerne behalten, aber wenn es nicht geht, dann müssen wir das natürlich akzeptieren. Auch wenn es noch so schade ist“, sagt Buchbachs Sportlicher Leiter Andreas Bichlmaier.

Mit Hingerl verlieren die Buchbacher nicht nur einen wichtigen Stammspieler in der Innenverteidigung, sondern auch einen absoluten Führungsspieler, der sich ja auch als Co- und Athletik-Trainer in den letzten zweieinhalb Jahren extrem verdient gemacht hat. Angesichts der aktuellen Entwicklung nach der Trennung von Trainer Marc Unterberger ist es für beide Seiten natürlich doppelt bitter, dass es für Hingerl bei den Rot-Weißen nicht weitergehen kann. Ehrensache für den 32-Jährigen, dass er sich als Interimscoach in den verbleibenden drei Saisonspielen noch mal voll für Buchbach reinhauen wird, auch wenn er am Samstag beim Gastspiel in Nürnberg wegen muskulärer Probleme nicht selbst auf dem Platz stehen kann.

„Meine Frau kommt aus der Nähe von Paderborn und da haben wir ein Haus gebaut, in das wir im Dezember mit den beiden Kindern eingezogen sind“, berichtet Hingerl von dem Spagat zwischen Familie und Verein mit einer 600 Kilometer langen Fahrtstrecke. Seit der Winterpause pendelt Hingerl, der auch noch bis Ende Mai als Physiotherapeut in München arbeitet.

„Wir wollen mit einem positiven Gefühl in die Sommerpause gehen, deswegen ist es mir wichtig, dass wir die Saison bestmöglich zu Ende bringen“, stellt Hingerl die familiären Interessen für die nächsten drei Wochen noch mal in seiner Doppelfunktion beim amtierenden Vizemeister hinten an.

In zwölf Jahren hat Hingerl, der bei der SpVgg Unterhaching ausgebildet worden ist, bislang genau 300 Spiele in der Fußball-Regionalliga Bayern für den TSV Buchbach, den SV Wacker Burghausen und Türkgücü München absolviert. Damit steht er auf Rang vier der Rekordspielerliste nach Sammy Ammari, Aleksandro Petrovic und dem Schweinfurter Kevin Ferry. „Zwei Spielzeiten hätte ich wahrscheinlich noch gebraucht, um ganz nach vorne zu kommen“, rechnet der aktuelle Buchbach-Coach, der bei der Zahl der Einsatzminuten (24.993) nur hinter seinem Ex-Coach Petrovic (30.065) liegt und in diesem Ranking wohl auch nicht so schnell überholt werden wird.

„Mit Kev verlieren wir einen sehr meinungsstarken Leader, der die Mannschaft in den letzten zweieinhalb Jahren überragend geführt hat“, bedauert Bichlmaier, der weiß: „Kev hat lange mit sich gerungen. Der Abschied aus Buchbach und München fällt ihm extrem schwer. Wir werden ihn auf jeden Fall durch das große Tor verabschieden.“

Nach seiner Station bei Türkgücü hat Hingerl in Buchbach wieder die ganz große Liebe zum Fußball entdeckt, nachdem er ja schon in der Saison 2014/15 für die Rot-Weißen am Ball war: „Ich bin unendlich dankbar für die zweieinhalb Jahre und möchte dabei Abteilungsleiter Georg Hanslmaier und Sportlichen Leiter Andreas Bichlmaier für die immer vertrauensvolle Zusammenarbeit besonders hervorheben.“

Beruflich wird sich Hingerl auch in Paderborn als Physiotherapeut eine entsprechende Aufgabe suchen, fußballerisch geht es für den 32-Jährigen aber in der Regionalliga West beim FC Gütersloh weiter, wo er vorerst nur als Spieler fungieren wird: „Nach zwölf Jahren in der Regionalliga Bayern bin ich sehr gespannt und freue mich bei allem Abschiedsschmerz auf die neuen Erfahrungen.“

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