Bild: Verlässt den TSV Buchbach und die Fußball-Bühne Regionalliga: Rekordspieler Sammy Ammari.
Rekordspieler Ammari macht Schluss mit Fußball
Buchbacher Mittelstürmer hängt die Schuhe aus beruflichen Gründen an den Nagel
Schwerer Verlust für den TSV Buchbach und die Fußball-Regionalliga Bayern: Sammy Ammari verlängert seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag bei den Rot-Weißen nicht mehr und hängt die Fußballschuhe aus beruflichen Gründen an den Nagel.
„Fußball war immer mein Lebensinhalt. Das war Spaß und war Freude, das ist mit nichts zu vergleichen. Jetzt ist es natürlich völlig ungewohnt, dass es aufhört“, hat sich der 31-Jährige die Entscheidung wahrlich nicht leicht gemacht. Ammari arbeitet in einem Fitness-Studio und hat dort seit geraumer Zeit bereits die Leitung inne – jetzt übernimmt er das Studio zusammen mit einem Kollegen in Eigenregie: „Die meisten Dinge spielen sich da ja in den Abendstunden ab und dann wird es natürlich schwierig mit dem Training.“
Auf Larifari-Fußball hat Ammari keinen Bock: „Ich will nicht einmal in der Woche ins Training kommen oder dauernd absagen müssen. Das macht keinen Sinn. Ich will ja auch nicht platt auf dem Platz stehen.“ Wenn Fußball, dann als fitter Spieler und nach seinen zahlreichen Stationen im höchsten Amateurbereich will der beidfüßige Torjäger seine Karriere auch nicht auf niedrigerem Niveau austrudeln lassen: „Ich sehe mich nicht in der Kreisliga.“
Natürlich ist der Entschluss des gebürtigen Münchners in Fußball-Kreisen schon seit einiger Zeit durchgedrungen und dementsprechend viele Anfragen gab es auch: „Ich habe mir vieles durch den Kopf gehen lassen. Aber es macht einfach keinen Sinn. Auch wenn mir der Entschluss extrem schwergefallen ist.“
359mal ist Ammari, der seit seinem sechsten Lebensjahr im Verein Fußball spielt, bislang in der Regionalliga Bayern aufgelaufen und hat dabei 85 Treffer erzielt. Im Herbst letzten Jahres hat er Aleksandro Petrovic (340 Einsätze) als Rekordspieler abgelöst und könnte seinen ehemaligen Vereinskollegen und Trainer auch noch im Torschützenranking überholen, zumal auch Petrovic 85 Treffer auf seinem Konto hat – Rekordschütze ist übrigens der ehemalige Schweinfurter Adam Jabiri mit 136 Treffern.
„Wir haben lange geredet und es zeichnet Sammy ja aus, dass er die Sache so realistisch einschätzt, aber für uns ist das schon ein ganz brutaler Verlust. Sportlich auf der einen Seite, aber vor allem menschlich. Da tut richtig weh“, sagt Buchbachs Sportlicher Leiter Andreas Bichlmaier. Und auch Ammari fällt der Abschied extrem schwer: „Buchbach ist mir einfach ans Herz gewachsen.“
Über die SE Freising ist der Deutsch-Tunesier in jungen Jahren zur U19 des FC Ismaning gekommen, ehe er im Sommer 2012 zum VfB Hallbergmoos gewechselt ist, für den er in 18 Spielen gleich 21 Bezirksliga-Tore erzielt hat und den Flughafen-Club damit zum Aufstieg geschossen hat. Nach acht Landesliga-Spielen für „Hallberg“ ging es in der nächsten Saison direkt in die Regionalliga zum SV Heimstetten, für den er in 47 Spielen zwölfmal traf. Seine erfolgreichste Regionalligasaison erlebte der Angreifer 2015/16 beim FC Ingolstadt II mit 17 Treffern in 32 Spielen. Nach einer weiteren Station beim kleinen Kleeblatt in Fürth wechselte Ammari im Sommer 2018 erstmals zum TSV Buchbach und traf in 28 Spielen auf Anhieb 14mal. Zu oft, um nicht das Interesse des Rivalen SV Wacker Burghausen zu wecken, für den er dann drei weitere Jahre am Ball war, ehe er im Sommer 2022 als Führungsspieler nach Buchbach zurückkehrte und gleich wieder zwölf Tore in 37 Spielen bejubeln durfte.
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