Bild: Zwei Treffer von Tobias Heiland haben am Freitag auf Giesings Höhen für den TSV Buchbach leider nicht gereicht.

Rot-Weiße verlieren Wahnsinns-Krimi

Vor 15 000 Zuschauern: Spätes 3:4 gegen die Löwen – Heiland mit Doppelpack

 Was für ein tolles Spiel, was für eine bittere Niederlage für den TSV Buchbach! Vor 15 000 Zuschauern unterlagen die Rot-Weißen am Freitag im „Grünwalder“ in einem brutalen Krimi lange in Front und mussten aber spät eine 3:4 (3:2)-Niederlage gegen die Löwen quittieren. Nach dem siebten Spiel ohne Sieg ist die Mannschaft von Trainer Sven Zurawka in der Tabelle der Fußball-Regionalliga Bayern auf Platz drei abgerutscht, während der TSV 1860 München nun als Tabellenzweiter erster Verfolger von Spitzenreiter FC Memmingen ist.

„Wir sind natürlich sehr glücklich über die drei Punkte. Am Ende natürlich auch ein wenig glücklich, wenn man so spät die Tore schießt“, wusste Löwen-Trainer Alper Kayabunar um das Momentum des Erfolges, mit dem sich die Sechziger auch für die 1:3-Pokal-Niederlage Anfang September revanchieren konnten. „Insgesamt wäre ein 3:3 gerecht gewesen, wenn wir nicht sogar das Spiel für uns hätten ziehen müssen“, zeigte sich Buchbachs Trainer Sven Zurawka enttäuscht, zumal seine Mannschaft nach einer 3:2-Pausenführung ganz klar am Drücker war und einige Hochkaräter ausließ, um den Sack zuzumachen.

Letztlich waren es aber die Löwen, die nach einer spektakulären Begegnung auf bestem Niveau triumphierten, weil sich der baumlange Joker Arian Ortivero Calderon in der 82. Minute im Kopfball-Duell durchsetzen und mit dem 3:3-Ausgleich neue Energien freisetzen konnte. Mit einem Präzisions-Pfund aus 18 Metern, das millimetergenau neben dem Pfosten einschlug, bescherte schließlich Lance Fiedler den Blauen in der vierten Minute der Nachspielzeit noch unverhoffte Jubelstürme.

Nach beherzter Anfangsphase der Hausherren, die eine der besten Halbzeiten der ganzen Saison spielten, schockten die Buchbacher die Blauen in der sechsten Minute, als Tobias Sztaf eine Flanke von Tobias Stoßberger in den Lauf von Tobias Heiland grätschte, der aus 17 Metern Keeper Vitus Eicher das Nachsehen gab. Die Reaktion der Löwen? Wütend, aber zielgerichtet und in der 17. Minute mit dem Ausgleich durch Ex-Profi Florian Niederlechner, der einen von Ludwig Zech abgewehrten Fiedler-Schuss über die Linie hämmerte.

Die Sechziger nun weiter mit Oberwasser und in der 28. Minute auch mit der Führung durch Felix Weber, der nach Flanke von Fabio Wagner aus kurzer Distanz einköpfen konnte. Kein echter Wirkungstreffer, denn die Buchbacher ließen sich nicht einschüchtern, attackierten in der Folge etwas höher und hielten so den Gegner besser vom eigenen Tor weg. Als dann Heiland nach Zuspiel von Stoßberger mit einem Knaller aus 16 Metern unter die Latte traf, war die Partie wieder völlig offen. Nach Vorarbeit von Faton Dzemailji und Querpass von Albano Gashi legten die Gäste in der 42. Minute sogar noch nach und drehten die Partie durch einen präzisen Flachschusshammer von Samed Bahar, der die Kugel aus 28 Metern neben dem Pfosten versenkte – achter Saisontreffer für den Kapitän der Rot-Weißen, die im ersten Durchgang wahnsinnig effizient waren.

Eine Eigenschaft, die Buchbach nach dem Wechsel trotz nun dominanter Spielweise dann aber vermissen ließ. Beste Möglichkeiten durch Gashi, Fadhel Morou, Dzemailji und Daniel Muteba führten nicht zum Erfolg und so kamen die Löwen noch zu ihrem furiosen Schlussspurt. „In der ersten Halbzeit war es ein wilder Ritt in beide Richtungen, nach der Pause haben wir das Spiel dann komplett im Griff gehabt und müssen dann auch den Sack zumachen“, trauerte Zurawka den vergebenen Möglichkeiten nach.

TSV 1860 München: Eicher – Fiedler, Faßmann, Weber, Seiffert – Leone, Dressel, Dordan (62. Wach), Wagner (46. Erdogan) – Eberwein (90. + 6 Hoppe), Niederlechner (62. Calderon). Trainer: Kayabunar.

TSV Buchbach: Zech – Wieselsberger (70. Erber), Zimmermann, Walter, Dzemailji – Bahar (88. Auerhammer) – Sztaf (56. Morou), Muteba, Gashi, Heiland (88. Wiedl) – Stoßberger: Trainer: Zurawka.

Tore: 0:1 Heiland (6.), 1:1 Niederlechner (16.), 2:1 Weber (28.), 2:2 Heiland (33.), 2:3 Bahar (42.), 3:3 Calderon (82.), 4:3 Fiedler (90. + 4);

Schiedsrichter: Wagner (SV Zuchering)

Zuschauer: 15 000.

Gelb: Dordan, Weber, Erdogan – Walter, Erber, Morou

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