Bild: Will den Laden hinten wieder dicht bekommen: Buchbachs Spielertrainer Kevin Hingerl.

Letzten Eindruck positiv gestalten

Rot-Weiße erwarten heute um 19 Uhr Viktoria Aschaffenburg – Kader fast komplett

Geht noch mal was beim TSV Buchbach im letzten Heimspiel der Saison 2025/2026? Nach fünf deftigen Niederlagen soll der Eindruck der letzten Wochen wieder korrigiert werden. „Unser Anspruch ist es, das Spiel zu gewinnen“, sagt Interimscoach Kevin Hingerl vor der Partie am heutigen Freitag um 19 Uhr in der SMR Arena gegen den SV Viktoria Aschaffenburg.

„Das wird kein Selbstläufer, aber wir wissen ganz genau um die Bedeutung des Spiels für die nächsten Monate“, taxiert Hingerl die Partie vom 33. Spieltag der Fußball-Regionalliga Bayern als Spiel mit „Endspiel-Charakter“. Für die Aschaffenburger, die ja knietief im Abstiegskampf stecken, sowieso, aber auch für die zuletzt taumelnden Gastgeber geht es um mehr als drei Punkte. „Es geht um die Zuschauer, es geht um die ganzen Ehrenamtlichen und es geht um die Spieler, die den Verein am Ende der Saison verlassen, deswegen muss es der Anspruch jedes Einzelnen sein, nochmal ordentlich abzuliefern, alles abzurufen“, erklärt Hingerl, der ja mit Sammy Ammari, Manuel Mattera und Benedikt Orth selbst zu den Akteuren gehört, die nächstes Jahr nicht mehr im TSV-Boot sitzen.

„Nicht Buchbach-like“, hat Abteilungsleiter Georg Hansmaier nicht nur die historische 1:8-Pleite am vergangenen Wochenende beim 1. FC Nürnberg II bewertet und wollte den dezimierten Kader dabei nicht als Ausrede gelten lassen. Das sieht Hingerl ähnlich, wenngleich der Routinier schon geltend macht: „Wir haben nicht mehr als 13 Feldspieler, die wirklich Regionalliga spielen können. Der Rest hat mit dieser Liga nichts zu tun.“ Noch nicht, die Talente sind da und werden in ihre Aufgaben reinwachsen, aber sie können eben in dieser schwierigen Phase noch nicht die Kastanien aus dem Feuer holen.

„Es ist schon laut geworden in dieser Trainingswoche. Wir haben klar gemacht, dass die Art und Weise, mit der wir uns in Nürnberg präsentiert haben, nicht zu rechtfertigen ist“, so Hingerl, der aber erkannt haben will: „Die Jungs haben das gut angenommen. Jedem ist der Ernst bewusst, deswegen gehen wir jetzt auch positiv gestimmt in das Spiel gegen Aschaffenburg. Wir wissen aus der Erfahrung vor zwei Jahren, als wir in einer ähnlichen Lage waren, was diese Situation bedeutet.“ Die Konkurrenz aus Augsburg und Fürth wird schon genau hinschauen, ob die Buchbacher noch mal alles in die Waagschale werfen, oder ob sie sich einem Gegner ergeben, den Hingerl als „ekelig in den Zweikämpfen“ erwartet: „Das ist eine Mannschaft, die ums Überleben kämpft. Das hat nichts mit der Truppe aus der Vorrunde zu tun.“ Passend dazu: Aschaffenburgs Kapitän Benjamin Baier, der im Juli 38 Jahre alt wird, hat seinen Vertrag unabhängig von der Ligazugehörigkeit um ein weiteres Jahr verlängert – ein starkes Zeichen, das den Mainfranken sicherlich eine Extra-Portion Motivation gibt.

Personell sieht es bei den Gastgebern für das letzte Heimspiel wieder deutlich besser aus: Hingerl und Joe Wieselsberger sind nach ihren Verletzungen wieder fit. Der zuletzt erkrankte Rocco Tavra wird ebenso auflaufen können wie Albano Gashi, der ja in Nürnberg gesperrt war. Zusätzlich dürfen sich die Fans auf das lang ersehnte Comeback von Tobi Sztaf freuen, der nach seiner Kreuzband-Verletzung mit Sicherheit einige Regionalliga-Minuten bekommen wird.

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